Quartiersentwicklung „Eisberg"

Mit dem KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“ fördert die Bundesregierung seit Ende 2011 energetische Quartiersansätze zur Steigerung der Energieeffizienz und Senkung des CO2-Ausstoßes. Wohnungsunternehmen und Kommunen werden dabei unterstützt, energetische Quartierskonzepte zu erstellen und deren schrittweise Umsetzung durch ein Sanierungsmanagement anzustoßen.

Unsere Genossenschaft hat sich erstmals im März 2018 beim Oberbürgermeister der Stadt Amberg um Unterstützung zur Aufnahme in das Förderprogramm der Bundesregierung bemüht. Im Dezember 2018 hat der Stadtrat einstimmig die Förderwürdigkeit unseres Quartiers beschlossen.

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Die Klimaerwärmung und die Energiefragen zählen zu den größten aktuellen Herausforderungen, die nicht nur globale Auswirkungen haben, sondern auch unseren Alltag betreffen."

Die formelle Beantragung des Zuschusses für die Erstellung des Quartierskonzepts erfolgt über die Kommune bei der KfW.

In Fällen, in denen der Impuls für die Erstellung eines energetischen Quartierskonzepts nicht von der Kommune ausgeht, sondern von einem Wohnungsunternehmen, ist eine Akteurszusammenarbeit und schlussendliche Einreichung über die Kommune erforderlich. Diese kann dann die Zuschüsse für die Konzepterstellung integrierter Quartierskonzepte an privatwirtschaftlich organisierte oder gemeinnützige Akteure weiterleiten, die in eigener Verantwortung die energetische Stadtsanierung planen.

Bezuschusst werden 65 % der förderfähigen Kosten. Die kommunale Selbstbeteiligung liegt entsprechend bei 35 %. Dieser Anteil kann durch die Beteiligung Dritter (Fördermittel der Länder, der EU, der Projektbeteiligten) auf 15 % kommunale Eigenbeteiligung herabgesenkt werden.

Grundlage der energetischen Quartierskonzepte bildet eine umfassende Analyse, die u. a. folgende Aspekte einbezieht: Gebäudestrukturen (Bautypen und -altersklassen), städtebauliche Strukturen, Gebäudeeigentümer mit deren Kapazitäten und Motivationen, sozioökonomische Bewohnerstrukturen, Haushaltsentwicklung sowie die bestehenden Energieversorgungssysteme und Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Erfolgreiche energetische Stadtsanierungskonzepte zeichnen sich durch eine ganzheitliche, integrierte Planung aus, die Städtebau, Architektur und Energieeffizienz verzahnt. Mit der Einbindung der Energiewende in eine vernetzte Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik werden Gebäude und Quartiere hinsichtlich der Wohn- und Lebensqualität und hinsichtlich des Energieverhaltens grundlegend qualifiziert und entfalten so eine nachhaltige Wirkung.

Das Programm zielt vor allem auch darauf, für die Eigentümer wirtschaftlichere Lösungen für die energetische Qualifizierung ihres Bestandes im Verbund des Quartiers zu generieren, als dies bei einer auf das einzelne Gebäude reduzierten Betrachtung möglich wäre. Hier gilt es Synergien nicht nur durch Mengeneffekte, sondern durch die Verknüpfung gebäudebezogener und infrastruktureller Maßnahmen im Quartier zu erreichen.

In vielen Fällen können eine verbesserte Steuerungs- und Regeltechnik, die Modernisierung und Effizienzsteigerung bestehender zentraler Wärmenetze oder effiziente dezentrale Quartiersversorgungssysteme bei vergleichsweise geringen Investitions- und Betriebskosten hohe CO2- und Primärenergieeinsparungen erreichen.

Für die effiziente Quartiersversorgung lassen sich intelligente integrierte Systeme durch die Kombination aus erneuerbaren Brennstoffen und Kraft-Wärme-Kopplung, Photovoltaik und Solarthermie sowie verschiedenen Zwischenspeicherlösungen konzipieren. Besonders wirtschaftlich lassen sich dezentrale Versorgungssysteme gestalten, wenn Wärme und Strom im Verbund erzeugt wird, und der Strom zu günstigen Konditionen direkt im Quartier genutzt werden kann.

So lassen sich Mieten und Nebenkosten, insbesondere Energiekosten bezahlbar halten und gegebenenfalls Einnahmen über eigenproduzierte Energie generieren, die zur Senkung der sonstigen Kosten beitragen.

Presseberichterstattung

  • Amberger Zeitung, 25.06.2019: „Warten auf den Förderantrag“
    Das Wohnungsunternehmen Amberg plant, seinen Wohnungsbestand am Eisberg grundlegend zu sanieren. Die 421 Wohnungen, die zwischen 50 und 90 Jahre alt sind, sollen nach der zwölfjährigen Umbauphase weitgehend barrierefrei, altengerecht und auch CO2-neutral sein. Doch jetzt gibt es Probleme.
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  • Onetz, 05.02.2019: „Gewaltig in die Jahre gekommen“
    Einen akuten Mietwohnungsmangel gibt es in Amberg unter dem Strich kaum. Aber Strukturdefizite, weil der Bestand oft nicht mehr heutigen Standards entspricht. Die Wohnungsunternehmen eG geht deshalb ein Großprojekt an.
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  • Onetz, 10.12.2018: „Wohnungs-Sanierungen im Eisberg-Viertel“
    Die Stadt stellt die Weichen, 421 Einheiten aus dem Bestand der Genossenschaft Wohnungsunternehmen Amberg zu modernisieren. Energetische Aspekte stehen im Vordergrund, da Zentralheizungen noch Mangelware sind.
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